Hochbeet selber bauen: Anleitung für ein Holz-Hochbeet (200 × 120 cm)
Hochbeet aus Lärche selber bauen: Maße, Holzwahl, Wühlmausgitter, die vier Füllschichten und wie viel Erde du wirklich brauchst – mit Materialliste.
Schwierigkeit: Fortgeschritten · Dauer: 1 Wochenende
Material
- 12 Stück Lärchenbretter 28 × 145 mm, 2,00 m (Längsseiten, 6 Reihen)
- 12 Stück Lärchenbretter 28 × 145 mm, 1,14 m (Stirnseiten, 6 Reihen)
- 6 Stück Kantholz 7 × 7 cm, 90 cm (4 Ecken + 2 Mittelpfosten)
- ca. 130 Stück Edelstahl-Holzschrauben 5 × 50 mm
- ca. 7 m Noppenbahn, 1 m breit
- ca. 2,3 × 1,5 m Wühlmausgitter, verzinkt, Maschenweite 13 mm
- 1 Packung Edelstahl-Tackerklammern 10 mm
- 4 Stück Pflastersteine als Pfostenauflage
- ca. 0,7 m³ Grober Gehölzschnitt (unterste Schicht)
- ca. 0,35 m³ Grassoden, Laub oder Häckselgut
- ca. 0,4 m³ Halbreifer Kompost oder abgelagerter Mist
- ca. 600 L Hochbeeterde oder reife Komposterde
- – Werkzeug: Akkuschrauber, 4-mm-Holzbohrer, Säge, Wasserwaage, Zollstock, Tacker, Spaten
Schritte
- Standort festlegen, eine Fläche von etwa 2,2 × 1,4 m abstecken und die Grasnarbe abstechen. Die Soden aufheben – sie kommen später ins Beet.
- Boden einebnen, vier Pflastersteine als Auflage für die Eckpfosten setzen und mit der Wasserwaage ausrichten.
- Stirnseiten vormontieren: je sechs 1,14-m-Bretter auf zwei Eckpfosten schrauben – vorbohren, zwei Schrauben pro Brett und Pfosten, unten 1 cm Luft lassen.
- Beide Stirnseiten aufstellen und die 2-m-Bretter der Längsseiten von außen anschrauben. Diagonalen messen: Sind beide gleich lang, ist der Rahmen rechtwinklig.
- In der Mitte jeder Längsseite einen Pfosten von innen gegenschrauben, damit sich die Wand nicht ausbeult.
- Wühlmausgitter auf den Boden legen, an den Rändern 10–15 cm hochbiegen und festtackern.
- Noppenbahn rundum an die Innenwände tackern – Noppen zum Holz, oberer Rand 2–3 cm unter der Kante.
- Schichtweise befüllen: Gehölzschnitt, umgedrehte Soden oder Laub, halbreifer Kompost, zuletzt 25–30 cm Hochbeeterde. Jede Schicht leicht antreten und angießen.
- Eine Woche setzen lassen, bis 5 cm unter den Rand mit Erde auffüllen – dann pflanzen.
Ein Hochbeet ist eines der lohnendsten Gartenprojekte: Die Erde erwärmt sich im Frühjahr schneller, du arbeitest ohne Bücken, und Schnecken und Wühlmäuse haben es deutlich schwerer. Diese Anleitung beschreibt ein klassisches Holz-Hochbeet mit etwa 200 × 120 cm Grundfläche und 87 cm Höhe – groß genug für eine ganze Gemüsesaison, klein genug für ein Wochenende.
Maße: warum 120 cm breit und 80–90 cm hoch
Breite: Deine Arme reichen bequem etwa 60 cm weit. Bei 120 cm Breite erreichst du die Mitte von beiden Seiten, ohne dich aufzustützen. Steht das Beet an einer Wand oder einem Zaun, nimm höchstens 70–80 cm.
Länge: 2 m sind ein guter Kompromiss. Längere Seitenwände biegen sich unter dem Erddruck nach außen – ab etwa 2 m braucht jede Längsseite einen zusätzlichen Pfosten in der Mitte.
Höhe: 80–90 cm ist rückenfreundliche Arbeitshöhe. Niedrigere Beetkästen mit 30–40 cm sind günstiger und brauchen viel weniger Füllmaterial – dafür kniest du wieder.
Der Standort
Gemüse will Sonne: Plane mindestens sechs Stunden direktes Licht am Tag ein. Richte die Längsseite möglichst von Nord nach Süd aus, dann bekommen beide Hälften gleich viel Licht. Der Untergrund sollte eben sein. Zwischen mehreren Beeten lässt du mindestens 50 cm Weg, für Schubkarre oder Rollstuhl eher 90–100 cm.

Welches Holz?
Lärche oder Douglasie sind die erste Wahl: harzreich, von Natur aus witterungsbeständig und unbehandelt – also unbedenklich für Gemüse. Mit Innenschutz halten sie acht bis zwölf Jahre. Nimm Bretter mit mindestens 28 mm Stärke; dünneres Holz verzieht sich schnell.
Kesseldruckimprägnierte Kiefer ist günstiger und hält ebenfalls lange. Wer darin Gemüse zieht, sollte die Innenseite konsequent mit Noppenbahn abdecken.
Tabu sind alte Bahnschwellen: Sie sind mit Teeröl (Kreosot) behandelt, das im Garten nicht verwendet werden darf.
Recycelte Dielen oder Palettenholz gehen auch. Bei Paletten auf den Stempel achten: „HT“ steht für hitzebehandelt und ist in Ordnung, „MB“ (Methylbromid) nicht.

Innenschutz und Wühlmausgitter
Zwei Details entscheiden darüber, wie lange dein Hochbeet hält – und ob du überhaupt etwas erntest.
Noppenbahn an den Innenwänden: Die Noppen zeigen zum Holz. So bleibt ein Luftspalt, und das Holz kann abtrocknen. Normale Teichfolie direkt am Holz hält die Feuchtigkeit fest und lässt es schneller faulen. Den Boden des Beets deckst du nicht mit Folie ab, sonst staut sich Wasser.
Wühlmausgitter am Boden: verzinktes Drahtgeflecht mit etwa 13 mm Maschenweite, an den Rändern 10–15 cm hochgebogen und an den Wänden festgetackert. Ohne Gitter sind Wühlmäuse in vielen Gärten nur eine Frage der Zeit.

Befüllen: die vier Schichten
Ein 87 cm hohes Beet mit 200 × 120 cm fasst gut 2 m³. So viel Erde kauft niemand – deshalb wird von grob nach fein geschichtet:
- Unten, ca. 30 cm: grober Gehölzschnitt. Äste und Zweige, gern auch dickere. Sie sorgen für Drainage und füllen Volumen.
- Ca. 15 cm: umgedrehte Grassoden, Laub oder Häckselgut.
- Ca. 15–20 cm: halbreifer Kompost oder gut abgelagerter Mist.
- Oben, 25–30 cm: reife Komposterde oder Hochbeeterde. Für diese Größe sind das rund 600 Liter, also etwa zwölf Säcke à 50 Liter.
Die unteren Schichten verrotten und setzen sich im ersten Jahr um 10–20 cm. Deshalb füllst du jedes Frühjahr mit Kompost nach.

Was pflanze ich im ersten Jahr?
Frisch geschichtete Hochbeete sind sehr nährstoffreich. Im ersten Jahr passen Starkzehrer wie Tomaten, Zucchini, Kürbis, Kohl und Sellerie. Im zweiten Jahr folgen Mittelzehrer wie Möhren, Mangold, Kohlrabi und Salat, ab dem dritten Jahr auch Schwachzehrer wie Kräuter, Radieschen und Erbsen. Blattsalat und Spinat lagern im ersten Jahr leicht zu viel Nitrat ein.
Hochbeete trocknen schneller aus als der Gartenboden. Eine Mulchschicht aus angetrocknetem Rasenschnitt oder Stroh und ein Tropfschlauch sparen im Sommer viel Gießarbeit.
Die Bauschritte, die Materialliste für genau dieses Maß und Tipps findest du unten.
Tipps
- Die Stirnseitenbretter erst zuschneiden, wenn die Längsseiten stehen – so passt das Maß auf den Millimeter.
- Eine Abdeckleiste oben auf dem Rahmen schützt das Hirnholz vor Regen und ist eine praktische Ablage.
- Ein Schneckenkragen aus Blech außen am oberen Rand hält Schnecken zuverlässiger fern als jedes Hausmittel.
- Jedes Frühjahr 5–10 cm Kompost nachfüllen; nach fünf bis sechs Jahren das Beet komplett neu schichten.
- Einen Tropfschlauch am besten gleich beim Befüllen unter die spätere Mulchschicht legen.