Laubkompost-Kiste bauen: So wird aus Herbstlaub wertvolle Lauberde

In einer Stunde gebaut: eine Laubkompost-Kiste aus vier Pfählen und Draht. Welches Laub geeignet ist, wie lange es dauert und wofür du die Lauberde nutzt.

Schwierigkeit: Anfänger · Dauer: 1 Stunde (plus 1–2 Jahre Reifezeit)

Material

  • 4 Stück Holzpfähle 5 × 5 cm, 1,50 m lang
  • 4,5 m Kaninchendraht, verzinkt, Maschenweite 13–25 mm, 1 m hoch
  • ca. 30 Stück Krampen (U-Nägel) oder Kabelbinder
  • 1 Fäustel oder Holzhammer
  • 1 Kneifzange oder Seitenschneider
  • 1 Paar Arbeitshandschuhe
  • 1 Gießkanne

Schritte

  1. Einen schattigen, ebenen Platz auf offenem Boden wählen und ein Quadrat von 1 × 1 m abstecken.
  2. Die vier Pfähle an den Ecken 30–40 cm tief einschlagen, möglichst senkrecht.
  3. Das Drahtgeflecht an einem Pfahl mit Krampen befestigen, straff um die anderen drei Pfähle führen und jeweils festnageln.
  4. Den Draht am Startpfahl überlappen lassen und festmachen; scharfe Drahtenden mit der Zange nach innen umbiegen.
  5. Optional eine Seite nur mit Kabelbindern schließen – so lässt sie sich später zum Entnehmen öffnen.
  6. Laub in Schichten von 20–30 cm einfüllen, jede Schicht antreten und angießen, wenn sie trocken ist.
  7. Bei starkem Wind ein altes Netz oder ein Brett obenauf legen. Dann heißt es warten: ein bis zwei Jahre.

Jeden Herbst landen in vielen Gärten säckeweise Blätter in der Biotonne – dabei ist Laub der Rohstoff für eine der besten Bodenverbesserungen überhaupt: Lauberde. Anders als im normalen Kompost bauen hier vor allem Pilze die Blätter ab, langsam und kühl. Das Ergebnis ist ein lockeres, dunkles, fast geruchloses Material, das Wasser hält wie ein Schwamm.

Alles, was du dafür brauchst, ist ein luftiger Behälter, der das Laub zusammenhält. Die einfachste Variante: vier Pfähle und ein Stück Draht.

Welches Laub eignet sich?

Schnell, etwa ein Jahr: Ahorn, Linde, Birke, Hainbuche, Esche und Obstbaumlaub.

Langsam, zwei bis drei Jahre: Eiche, Buche, Platane, Rosskastanie und Walnuss. Diese Blätter am besten zerkleinern oder mit schnellem Laub mischen.

Nicht geeignet: immergrünes Laub wie Kirschlorbeer oder Rhododendron, größere Mengen Nadeln und Laub von kranken Pflanzen – etwa Rosen mit Sternrußtau oder Obstbäume mit Schorf. Das gehört in die Biotonne. Laub von Bäumen an stark befahrenen Straßen lässt du besser liegen.

Ein einfacher Trick beschleunigt alles: Fahr mit dem Rasenmäher mit Fangkorb über das Laub. Die zerkleinerten Blätter und ein wenig Grasschnitt verrotten deutlich schneller.

Der wichtigste Punkt: feucht halten

Trockenes Laub verrottet praktisch nicht. Beim Einfüllen sollte es sich anfühlen wie ein ausgedrückter Schwamm. Ist es trocken, gießt du jede Schicht mit der Gießkanne an. Umsetzen ist nicht nötig; wer mag, lockert im Frühjahr einmal mit der Grabegabel auf.

Nasses Herbstlaub wird aus der Schubkarre in die Drahtkiste gekippt

Standort und Größe

Ideal ist ein schattiger, windgeschützter Platz direkt auf offenem Boden – so wandern Regenwürmer und Bodenleben von unten ein. Etwa 1 × 1 m Grundfläche und 1 m Höhe reichen für das Laub von ein bis zwei mittelgroßen Bäumen.

Keine Sorge, wenn die Kiste im November überquillt: Das Laub sackt innerhalb weniger Wochen auf die Hälfte zusammen, bis zur fertigen Lauberde auf etwa ein Drittel.

Wann ist die Lauberde fertig?

Nach etwa einem Jahr sind die Blätter dunkel und zerfallen beim Anfassen. Jetzt ist das Material ein hervorragender Mulch unter Sträuchern und auf Beeten.

Nach zwei Jahren ist daraus eine feinkrümelige, dunkle Erde geworden, in der kaum noch Blattstrukturen zu erkennen sind. Gesiebt eignet sie sich wunderbar für Aussaaterde – zum Beispiel je ein Drittel Lauberde, Sand und reifer Kompost – oder um schwere Lehmböden lockerer zu machen.

Lauberde enthält wenig Nährstoffe. Sie verbessert vor allem die Struktur des Bodens und seine Fähigkeit, Wasser zu halten. Als Dünger ersetzt sie keinen Kompost.

Hände halten dunkle, krümelige Lauberde über der geöffneten Drahtkiste

Ohne Garten: Laub im Sack

Kein Platz für eine Kiste? Stopfe feuchtes Laub in einen stabilen Müllsack, stich mit der Grabegabel ein paar Löcher hinein, knote ihn zu und stell ihn in eine schattige Ecke. Nach ein bis zwei Jahren hast du auch so Lauberde.

Tipps

  • Laub mit dem Rasenmäher zerkleinern halbiert ungefähr die Reifezeit.
  • Zwei Kisten nebeneinander bauen: In der einen reift die Lauberde vom Vorjahr, die andere füllst du neu.
  • Eine Schaufel Kompost pro Schicht bringt Bodenleben und etwas Stickstoff hinein.
  • Im Sommer einmal hineinfassen: Ist das Innere trocken, kräftig wässern.

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