Wurmkiste bauen: Kompost auf dem Balkon und in der Wohnung
Wurmkiste selber bauen: aus drei Boxen zum Wurmkomposter, die richtigen Würmer, Einstreu, Fütterung und wie du geruchsfreien Wurmhumus erntest.
Schwierigkeit: Anfänger · Dauer: 2 Stunden (plus 3–4 Monate bis zur ersten Ernte)
Material
- 3 Stück + 1 Deckel Undurchsichtige, stapelbare Kunststoffboxen, 40–60 L
- 1 Kleiner Auslaufhahn mit Dichtung
- ca. 500 g Kompostwürmer (Eisenia fetida / andrei)
- ca. 1 Einkaufstasche Unbedruckter Karton oder Eierkartons
- 1 Block (ca. 8 L) Kokoserde (Quellblock)
- 1 Handvoll Gartenerde oder Kompost
- – Werkzeug: Akkubohrer mit 8–10-mm- und 3-mm-Bohrer, Stufenbohrer für den Hahn
Schritte
- In den Boden von zwei Boxen viele 8–10-mm-Löcher bohren, im Abstand von etwa 3 cm.
- In alle Boxen oben an den Seiten und in den Deckel einige 3-mm-Luftlöcher bohren.
- In die unterste Box knapp über dem Boden ein Loch für den Hahn bohren und den Hahn mit Dichtung einsetzen.
- Karton zerreißen, einweichen, ausdrücken und mit Kokoserde und einer Handvoll Erde mischen.
- Die Einstreu 15–20 cm hoch in die obere Arbeitsbox füllen und die Würmer obendrauf setzen.
- Kiste zusammenstecken, Deckel drauf, an einen schattigen, frostfreien Platz stellen.
- Nach einer Woche mit ein bis zwei Handvoll Küchenresten beginnen, leicht eingraben, Karton obendrauf.
- Wöchentlich Feuchtigkeit prüfen, Sickerwasser ablassen und die Futtermenge anpassen.
- Nach 3–4 Monaten die zweite Arbeitsbox mit frischer Einstreu aufsetzen und den Humus unten ernten, sobald die Würmer umgezogen sind.
Kompost ohne Garten? Mit einer Wurmkiste geht das auf dem Balkon, im Keller oder sogar in der Küche. Kompostwürmer verwandeln Gemüsereste, Kaffeesatz und Karton in Wurmhumus – einen der besten Dünger für Topfpflanzen. Richtig geführt riecht eine Wurmkiste nach Waldboden, nicht nach Müll.
Die richtigen Würmer
Du brauchst Kompostwürmer (Eisenia fetida oder Eisenia andrei), keine Regenwürmer aus dem Garten. Regenwürmer graben tiefe Gänge und fühlen sich in einer Kiste nicht wohl. Kompostwürmer leben dagegen in der obersten Streuschicht und fressen genau das, was in der Küche anfällt. Für den Start reichen etwa 500 g, das sind rund 1.000 Würmer. Es gibt sie online oder als „Mistwürmer“ im Angelbedarf; manchmal geben Wurmkisten-Besitzer auch Würmer ab.
Der Aufbau aus drei Boxen
Die einfachste Bauweise sind drei gleiche, undurchsichtige Kunststoffboxen (je 40–60 Liter), die sich stapeln lassen:
- Unterste Box: sammelt Sickerwasser. Ein kleiner Hahn unten macht das Ablassen leicht.
- Zwei Arbeitsboxen darüber: mit vielen 8–10-mm-Löchern im Boden, damit die Würmer später nach oben wandern können, und kleinen Luftlöchern oben an den Seiten.
- Deckel: ebenfalls mit ein paar Luftlöchern.
Die Würmer mögen es dunkel – deshalb undurchsichtige Boxen.
Einstreu und Start
In die obere Arbeitsbox kommt eine 15–20 cm dicke Einstreu: zerrissener, unbedruckter Karton oder Eierkartons, eingeweicht und ausgedrückt, dazu etwas Kokoserde und eine Handvoll Gartenerde oder Kompost. Dann setzt du die Würmer obendrauf und lässt sie eine Woche in Ruhe, bevor du das erste Mal fütterst.

Was darf hinein?
Ja: Gemüse- und Obstreste, Kaffeesatz mit Filter, Teebeutel ohne Plastik, zerkleinerte Eierschalen, Karton und Küchenpapier.
Nein oder nur wenig: Zitrusschalen und Zwiebeln in größeren Mengen, gekochte und ölige Speisen, Brot, Fleisch, Fisch und Milchprodukte.
Fang mit ein bis zwei Handvoll pro Woche an und steigere die Menge, wenn alles gefressen wird. Vergrabe die Reste leicht in der Einstreu und leg immer eine Lage Karton obendrauf – das hält Fruchtfliegen fern.
Standort und Feuchtigkeit
Kompostwürmer fühlen sich bei 15–25 °C am wohlsten. Auf dem Balkon gehört die Kiste in den Schatten – über 30 °C wird es für die Würmer lebensgefährlich. Im Winter zieht sie in den Keller oder die Wohnung, Frost überstehen die Würmer nicht.
Die Einstreu sollte sich anfühlen wie ein ausgedrückter Schwamm. Riecht es faulig, ist es zu nass oder es wurde zu viel gefüttert: dann trockenen Karton untermischen und eine Woche Pause machen.
Wurmhumus ernten
Nach drei bis vier Monaten ist die untere Arbeitsbox voll dunklem, krümeligem Wurmhumus. Jetzt setzt du die zweite Arbeitsbox mit frischer Einstreu obendrauf und fütterst nur noch dort. Innerhalb einiger Wochen wandern die Würmer durch die Bodenlöcher nach oben, und du kannst den Humus unten ernten.
Wurmhumus ist sehr nährstoffreich: Mische ihn im Verhältnis 1 : 4 unter Blumenerde oder streu eine dünne Schicht auf die Topfoberfläche. Das Sickerwasser aus der untersten Box verdünnst du 1 : 10 mit Wasser und gießt damit die Pflanzen.

Tipps
- Reste klein schneiden – je kleiner, desto schneller werden sie gefressen.
- Eine Handvoll zerkleinerte Eierschalen pro Monat hält die Einstreu im richtigen pH-Bereich.
- Vor dem Urlaub einmal kräftig füttern und Karton obendrauf legen: Die Würmer kommen zwei, drei Wochen allein zurecht.
- Weiße Mini-Würmchen (Enchyträen) sind harmlose Mitbewohner und helfen beim Zersetzen.